Entlastung der Kniescheibe (Patella) beim Treppensteigen mit Kniearthrose 3

Für Menschen mit Schmerzen beim Treppelaufen

Manuelle Mobilisation des Femoralisnervs

Vorab:

Menschen mit Blutgerinnungsstörungen oder Menschen, die keine Bindegewebstechniken bekommen dürfen, sollen diese Techniken weder an sich ausführen, noch sie an sich ausführen lassen!!!

Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt!

In Teil 1 haben Sie schon gesehen weshalb der Femoralisberv mobil sein muss. Außerdem gab es eine Übung zur Mobilisation des gleichen Nervs. Dies alles zur Vermeidung von Schmerzen beim Treppensteigen.

Was können Sie tun wenn das alleine nicht reicht?

Im Folgenden sehen Sie eine weitere Technik, die Ihnen befähigt den Femoralisnerv selbst zu mobilisieren.

Wie bei mir schon mal erleben mussten gibt es zuerst Hintergrindinformation…  :-)

Der Nerv besteht aus verschiedenen Anteilen: Die Fasern zur Ansteuerung der Musulatur liegen dort wo die Muskeln liegen: in der Tiefe zwischen den Muskelfasern.

Die oberflächliche Fasern versorgen die Haut. In der Haut liegen die Rezeptoren, die mit den Nerven verbunden sind. Bei Berührung der Haut verwandeln die Hautrezeptoren am Ende der Nerven den mechanischen Reiz in eine elektrische Information. Dieser elekrtische Impuls wird über den Nerv über das Rückenmark zum Gehirn geführt. Wenn das Gehirn entscheidet, dass Ihnen die Berührung bewußt werden muss, wird die Hirnrinde etwa oberhalb der Ohren aktiv. Nur in dem Fall wird Ihnen die Berührung der Haut bewußt. Im Normalfall ist das aber nicht so. Ansonsten würden Sie den Ganzen Tag den Stoff Ihrer Kleidung am Oberschenkel bewußt sein. Das wäre sehr anstrengend!

Die Anteilen des Femoralisnervs für die Haut

liegen zwischen der Faszie und des Fettgewebes. Von außen nach innen gibt es an der Vorderseite des Oberschenkels Oberhaut, Unterhaut, Fettgewebe, Faszie, Muskelfaszie, Muskelfasern, wieder Faszie und Knochen.

Die Gewebsschichten von aussen nach innen am Oberschenkel

Abb. 1, Die Schichten von aussen nach innen am Oberschenkel

  1. Haut
  2. Fettgewebe
  3. Faszienschicht bestehend aus
    1. der allgemeinen Körperfaszie zur Verhinderung der Austrocknung und stumpfe Verletzungen
    2. die Muskelfaszie, eine Hülle, die in den Sehnen mündet
  4. Muskel (hier M. rectus femoris)
  5. dicke Faszienschicht
  6. Muskel (hier M. vastus intermedius)
  7. Faszienschicht bestehend aus Muskelfaszie und Knochenhaut. Die Knochenhaut ist auch eine Fazie
  8. Cortex, die harte Knochenwand
  9. Spongiosa, Knochenbälkchen mit dazwischen viel Fett und Blutgefäße

Die Teile des Femoralisnervs, die für die haut zuständig sind, verlaufen in der Nähe vom Übergang zwischen Schicht 2 und 3

Heben Sie diese Schicht etwas von der Faszie ab wie auf der Zeichnung. Es entstehen manchmal zwei Falten, wie Sie auf der Zeichnung sehen. Das ist nicht wichtig. Jet

zt wissen Sie wie dick eine Falte ist. In diese Falte ist also etwa 1 mm Haut und zwei mal die Stärke des Fettgewebes. Siehe Abb. 2a und b.

Zur Bestimmung der Tiefe bei der Bindegewebsmassage der eigenen Oberschenkeln zur Mobilisation des Femoralisnervs

Abb 2a, So bestimmen Sie Die Tiefe der Massage: Teilen Sie die Falte gedanklich in zwei.

Zur Bestimmung der Tiefe bei Bindegewebsmassage ein bisschen kneifen und die Stärke der Haut einschätzen

Abb 2b, so bestimmen Sie die Stärke der Haut

Jetzt wissen Sie wie tief Sie in etwa streichen müssen. Bei vielen Menschen, z.B. Ausdauer-sportlern, ist die Fettschicht kaum vorhanden, bei anderen ist sie viele Zenti-metern dick. Das Resultat ist das gleiche: Teilen Sie die Schicht durch Gedanken durch zwei und gehen in der Tiefe durchs Gewebe.

Ein schöner Trick, falls Sie es können, ist es den Mittelfinger über den Zeigefinger zu legen, wie auf Abb. 2b.

Fragen:

Frage 1: Was ist, wenn Sie beim Ziehen ein schneidendes Gefühl wahrnehmen?

Dann wissen Sie, dass Sie alles richtig machen!

Frage 2: Von wo bis wohin streiche ich genau?

Fangen Sie beim Knie etwa eine Handbreit oberhalb der Kniescheibe an und streichen Sie im Verlauf des Nervs in Richtung der Leiste.

Falls Sie es ganz ganau wissen möchten…

Tasten Sie seitlich an Ihrem Körper herunter bis Sie auf den Beckenkamm stoßen. Siehe Abb. 3. Schieben sie den Finger nach vorne entlang des Beckenkamms bis Sie zu einem spitzen Vorsatz kommen. Das ist der vordere obere Darmbeinstachel (spina iliaca anterior superior, daher SIAS genannt).

Strategie zur Auffindung des SIAS

So finden Sie den Beckenkamm am Darmbein. Vorne finden Sie den vorderen oberen Darmbeinstachel, SIAS genannt.

Lokalisieren Sie die Mitte zwischen dem SIAS und dem Schambein. Etwas unterhalb davon tasten Sie die Pulsationen der Femoralisarterie. Direkt an der Außenseite davon ist der Femoralisnerv lokalisiert.

Das liest sich vielleicht etwas kompliziert, mit der folgenden Zeichnung geht es aber bestimmt flott!

Wie man den Femoralisnerv findet

Suchen Sie zuerst den SIAS rechts oben im Bild. Etwas unter der Linie zwischen SIAS und Schambeinfuge spüren Sie die Pulsationen der Femoralisarterie, direkt an der aussenseite davon tritt der Femoralisnerv aus.

Streichen Sie für diesen Anteil des Nervs tief im Gewebe vom Knie nach oben bis zur Austrittstelle des Femoralisnervs. Die Quadrizepsmuskulatur, hat jetzt nicht mehr den Nerv zu schützen und kann sich jetzt ungestört ihrer Aufgabe widmen: das Knie strecken oder die Beugung kontrollieren. So haben Sie eine weitere Voraussetzung geschaffen, Ihre Schmerzen beim Treppensteigen zu verringern oder sogar vorzubeugen.

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