Schmerzen an der Vorderseite des Knies: die lateralisierte oder luxierte Patella

Auch bei Problemen der Kniescheibe gibt es wieder sowohl strukturelle als auch funktionelle Ursachen.

Strukturelle Ursachen

Die Form der Kniescheibe und die Rille in der sie liegt, gehören zur Struktur.

Die Patella (Kniescheibe) die nach außen drückt, verursacht mehr Druck auf den Oberschenkel. Wenn die Rille in der die Kniescheibe liegt, nicht tief genug ist, kann sie leichter nach außen schieben oder sogar ganz rausspringen. Das heißt dann Patellaluxation.

Abb. 1 Eine nach außen schiebende Patella (Kniescheibe) drückt auf die Außenseite der Oberschenkelrille in der die Patella liegt. Diese Rille ist in diesem Fall ziemlich flach angelegt. Das kann Knieschmerzen oder längerfristig auch Arthrose verursachen. Oben in der Zeichnung ist die Patella, unten der Oberschenkel. Der Pfeil zeigt nach außen. Sie sehen ein linkes Knie von unten oder ein rechtes von oben gesehen.

Das ist eine Sache der Ärzte, die die Form ändern können. Ein Trauma kann die Form im negativen Sinn verändern.

Funktionelle Ursachen

Durch ein verändertes Kräftespiel können Beschwerden der Kniescheibe verstärkt werden. Diese Ursachen fallen im funktionellen Bereich. Funktionelle Veränderungen können mit den Händen eines Therapeuten gefunden werden, in der Regel nicht mit einem Röntgenbild oder einem anderen Bildgebenden Verfahren. Es geht z.B. um Bewegungseinschränkungen und Kraftverlust. Diese funktionellen Ursachen machen sich dann nach längerer Zeit in Beschwerden bemerkbar.

Funktionelle Ursachen für eine lateralisierte Patella (Kniescheibe, die zur Seite verschiebt):

  1. Ein durchgesacktes Fußgewölbe. Als Angewohnheit oder als Folge von einer Beckenproblematik kann das Fußgewölbe auf der Innenseite einsacken, siehe Abb. 1.Bemerkung: Die Unterstützung durch eine Einlage kann eine mögliche Therapie sein. Die Ursache kann, muss die Einlage aber nicht unbedingt wegnehmen. (Hier sind orthopädische Schuhmacher herzlich eingeladen Ihr Fachwissen zu teilen!) Wenn der Fuß ein Durchsacken nicht verhindern kann, sollte sie gerade soviel unterstützt werden, dass der Fuß noch eingeladen wird, selbst mitzuarbeiten und sich nicht auf der Einlage „auszuruhen“.
  2. Eine Problematik am Becken oder an der Hüfte kann das Knie nach innen drücken. Diese Zusammenhänge sind ziemlich kompliziert und vielfältig und übersteigen diesen Blogartikel. Stichpunkte: verspannte Beckenbodenmuskulatur (z.B nach Pilatesübungen oder Reiten), Blockade der Lendenwirbeln (Lösung: Manuelle Therapie, Osteopathie, Chiropraxie) oder des Beckens, nicht ungenügend Bewegung der Organe (Osteopathie).

Siehe Zeichnung 2: der grüne Pfeil zeigt wie das Fußgewölbe des linken Fußes (rechts auf der Zeichnung) nach innen sackt. Das Knie mit der Kniescheibe kommt nach innen.

Knieluxation, Knie Valgisierung, X-Knie

Beim Einsacken des Fußgewölbes kommt das Knie nach innen. Die Ansätze der Sehne unterhalb der Patella und der Ansatz der Muskulatur oberhalb der Kniescheibe bleiben wo sie sind. So entsteht eine Kraft, die die Kniescheibe nach außen bringt.

Die Ansätze der Muskulatur von oben und des Bandes unten an der Patella (Kniescheibe) bleiben relativ mehr nach außen. Auf dem Bild ist das als kleine rote Vierecke angegeben. Wenn jetzt gezogen wird zieht es die Kniescheibe in der Mitte nach außen: in Fachsprache sie „lateralisiert“. „Lateral“ ist zur Seite weg.

Normalerweise erhöt das nur den Druck auf die Außenseite der Rille in der die Kinescheibe liegt. Wenn die Rille nicht tief genug ist, kann die Patella (Kniescheibe) nach außen verschieben oder längerfristig durch den erhöhten Druck den Knorpel schädigen. Im Extremfall kann es zu eine Patellaluxation, ein „Ausbrechen“ aus der Führungsrille kommen.

Was kann man selbst tun?

Die Ursachen sollten beseitigt werden. Je stärker eine Ursache gefunden wird, umso genauer kann man etwas tun:

Bei einem eingesackten Fußgewölbe (Plattfuß): trainieren, eventuell mit Hilfe eines Erinnerungspflasters wie unter http://www.knieschmerz24.de/?p=104.

Ja nach wie stark Schäden vorhanden sind, muß die Form u.U. verändert werden, das bedeutet: Operation.

Bei Ursachen aus dem Beckenbereich sind Physiotherapeuten, Manuelle Therapeuten, Chiropraktoren und Osteopathen. Sie sezten sich mit der Funktion auseinander.

Gängige Ideen bei der Physiotherapie sind:

  • die Kniemuskeln auf der Innenseite trainieren. Natürlich wäre es dabei interessant zu wissen warum sie nicht genügend anspannen!
  • Die Bandstrukturen auf der Außenseite mobilisieren.

Bei der Osteopathie sucht man u.a die vielfältigen Ursachen hinter den veränderten Kräfteverhältnissen.

Manualtherapeuten, Osteopathen und Chiropraktoren: halte euch nicht zurück, diskutiere mit! Das schlimmste, was passieren kann, ist das wir und die Leser etwas lernen…
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